Baden Trophy in Seelbach am 03.10.2015…

Nach den vielen Trainingsseminaren und Tagen im Schwarzwald hatte ich Beau und mich bei dem LCD Workingtest „Baden Trophy“ auf dem Walzenhof in Seelbach angemeldet. Wir sind dort in der A-Klasse gestartet und es war unser erster richtiger WT Start.

 

Die Wettervorhersagen versprachen optimales Hundewetter (nicht zu heiß, kein Regen, keine kräftiger Wind, oder ähnliches) und mit den ganzen Trainingseinheiten im Gepäck fuhren wir hin. Als Richter waren Petra Beringer, Dr. Ursula Friedrich und Guy Matter dabei, die uns jeweils mit zwei Aufgaben vor spannende Dummyherausforderungen stellten. Die Starter wurden in drei Starter Gruppen aufgeteilt und Beau und ich erhielten Startnummer 1 in der ersten Startergruppe. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Sonderleiter und Organisator Achim Wernet ging es dann auch schon los. Unsere Gruppe startete als erstes bei den Aufgaben von Petra Beringer.

 

Aufgabe 1 – Blinde/akustische Markierung am Wasser (P.B.):

Die Überschrift zu Aufgabe 1 mag vielleicht etwas komisch klingen, aber ich muss gestehen, dass mir keine bessere einfällt ;-) Beau und ich standen auf einer Wiese mit Blick Hangaufwärts. Oben am Hang, weder für Beau noch für mich sichtig, war in einer kleinen Senke ein Teich. Dort wurde ohne Schuss, lediglich mit einem kurzen Entengeräusch, ein Dummy hineingeworfen. Weder Werfer, noch Flugbahn noch Fallstelle des Dummys war für uns sichtbar. Wir hörten lediglich das kurze Geräusch und ein Wasserplatschen. Auf Freigabe schickte ich Beau. Dieser rannte auch direkt hoch Richtung Wasser (ich sah ihn dann nicht mehr). Ich hörte ein Platschen (puuh, gut, somit ist er schon mal im Wasser) und kurze Zeit später kam er mit dem Dummy im Maul auch schon wieder zu mir zurück. Er schüttelte sich kurz mit dem Dummy im Fang (hatte wohl Wasser ins Ohr bekommen) und brachte mir dieses dann direkt. Ergebnis – 18 Punkte

 

Aufgabe 2 – Einzel WalkUp mit zwei Markierungen (P.B.):
Als nächstes hieß es entlang eines Hanges im Einzel WalkUp zuerst ein Stück saubere Fußarbeit zu zeigen. Parallel liefen unterhalb des Hanges (rechte Seite von uns) auf einem geteerten Weg ein Werfer und ein Schütze mit. Nach einer Laufdistanz von ca. 5 m wurde geschossen und eine Markierung flog rechte Hand des geteerten Weges einen Hang hinunter. Ich durfte Beau direkt schicken. Dieser fegte den Hang hinunter über die Straße weiter den nächsten Hang hinunter in den hohen Bewuchs wo das Dummy gelandet war. Pickte dies direkt und kam zu mir zurück. Dann liefen wir weitere 5 m im Einzel Walkup bevor ein zweites Mal geschossen wurde und eine Markierung zu uns den Hang hoch, quasi in gerader Linie unseres Laufweges flog. Ich durfte Beau wiederum direkt schicken. Er pickte auch dieses Mal direkt und schnell und kam zu mir zurück. Da er bei der ersten Walk Up Hälfte immer etwas 1/2 Körperlänge vor mir lief (er meinte, er müsse den Schützen unten definitiv im Blick haben) und nicht sauber Fuß ging, haben wir hier 2 Punkte verloren. Ergebnis – 18 Punkte

 

Nachdem wir die ersten beiden Aufgaben soweit ganz erfolgreich hinter uns bringen konnten, ging es weiter in Richtung Wald zu Dr. Ursula Friedrich.
 

Aufgabe 3 – Markierung und beschossenes Memory (U.F.):
Ausgangspunkt war auf einem etwas steileren Waldweg mit Blickrichtung „Steigung aufwärts“. In etwa 35 Meter Entfernung stand rechts oberhalb des Weges ein Schütze und Werfer. Es schoss und eine Markierung flog auf den Waldweg in höheren Bewuchs. Für den Hund etwas schwerer zu sehen ob die Fallstelle jetzt noch auf dem Weg oder links vom Weg ist. Ich schickte Beau und er wußte genau was zu tun war und rannte direkt und zielstrebig los und pickte das Dummy. Während er auf dem Rückweg zu mir war, wurde vom Werfer ein Dummy auf dieselbe Fallstelle nach gelegt (für den Hund nicht sichtig) und dann darauf geschossen (quasi im Rücken von Beau). Beau blieb kurz stehen, schaute zurück, ob nach dem Schuss noch was fliegt, dann kam er zielstrebig weiter zu mir zurück. Ich schickte ihn nach Abgabe des Dummys dann wieder auf die vorherige Fallstelle und wieder erledigte Beau sehr selbständig und ohne benötigtes Eingreifen meinerseits die Aufgabe zielstrebig und direkt. Fand das nachgelegte Dummy sofort, pickte und kam sofort damit zurück. Kommentar von Frau Dr. Friedrich „wirklich sehr schön gemacht, Danke“. Ergebnis – 20 Punkte

 

Aufgabe 4 – „Stilles “ Treiben (U.F.):
Wir standen wieder auf einem Waldweg, dieses Mal aber mit Blickrichtung in eine Senke in der viel Totholz, Geäst, hoher Bewuchs, etc. vorhanden war. In der Senke waren bereits zwei Dummys ausgelegt worden (weder für mich noch Beau sichtig). Am oberen Rand der Senke fand dann ein kleines Treiben statt. In diesem Treiben fielen noch zwei weitere Dummys unter Schuss in die Senke, so dass gesamt nun vier Dummys lagen. Beau musste hiervon zwei Stück bringen. Das erste hatte er punktgenau markiert, als es geworfen wurde, was er mir durch das „Anstarren“ der Fallstelle klar signalisierte. So schickte ich ihn mit „Apport“ los und er sauste auch direkt über die Äste und Sträucher hinweg hin, pickte und kam zu mir zurück. Da es keine feste Vorgabe gab, welche Dummys er bringen sollte, schickte ich ihn mit „Suchen – Apport“ ein zweites Mal in die Senke, er suchte kurz und fand eines der bereits zuvor ausgelegten Dummys. Auch dieses pickte er direkt und kam zurück. Ergebnis – 20 Punkte

 

Nach dem wir bereits 2/3 der Aufgaben erledigen konnten, ging es für die letzten beiden Aufgaben auf die Pferde und Esel Weide zu Guy Matter. Jetzt hieß es noch diese zwei Aufgaben erfolgreich zu Ende bringen und unserem ersten bestandenen WT würde nichts mehr im Wege stehen.

 

Aufgabe 5 – Doppelmarkierung über Mauer (G.M.):
Wir standen relativ direkt hinter einem kleinen Mäuerchen. Dahinter war es links und rechts etwas hügelig und leicht höherer Grasbewuchs. Die erste Markierung flog unter Schuss in den rechten Bereich hinter der Mauer (Werfe und Schütze standen hinter der Mauer) und die zweite Markierung flog unter Schuss in den linken Bereich der Mauer. Beau konnte, auf Grund der Mauer, die Fallstellen beider Dummys nicht sehen. Welche Markierung zuerst geholt wurde war uns überlassen. Ich schickte Beau zuerst auf die zuletzt gefallene Markierung. Er sprang direkt über die Mauer los und pickte auch relativ schnell und ohne dass er Unterstützung meinerseits durch Pfiffe oder ähnliches brauchte. Zu mir zurück gekommen mussten wir auf der Stelle kehrt machen, drei Schritte zurück, bzw. weiter weg gehen vom ursprünglichen Startpunkt und dann durfte das zweite Mal geschickt werden. Beau rannte wieder direkt los und fand auch die zweite Markierung trotz Standort Veränderung sehr zügig und brachte mir diese. Weshalb wir genau 3 Punkte Abzug bekamen, kann ich so auf Anhieb gar nicht sagen. Evtl. weil er beim Absprung über die Mauer einen kurzes, angestrengtes Seufzen bzw. Luftholen (aber kein Jammern oder Startton oder ähnliches) von sich lies. :denk: Ergebnis – 17 Punkte

 

Aufgabe 6 – Suche in einer Senke (G.M.):
Als Beau und ich an die letzte Aufgabe heran liefen flog ein Schuss. Allerdings war er weder für mich noch für Beau auf irgendeine Weise registrierbar, da wir noch gar keinen Kontakt mit dem Richter hatten, oder sonstiges und somit gar kein Schuss erwartet hatten. Wir kamen oberhalb eines Hanges an. In der Senke des Hanges war kniehoher, großblättriger Bewuchs. In einem Feld von ca. 10 Meter Breite auf 5 Meter Tiefe. Dort waren drei Dummys ausgelegt und Beau sollte zwei davon holen. Quasi Vollblinds. Ich schickte Beau los und er rannte hinunter in die Senke. Da er ordentliches Tempo drauf hatte, rannte er kurz hinter der Senke wieder leicht Hangaufwärts auf dem Gras hoch und ich musste ihn mit einem Stopp Pfiff stoppen und kurz zurück pfeifen. Dies nahm er auch direkt an und ging wieder in den höhren Bewuchs. Ich gab ihm den Suchen Pfiff. Da Beau seine Rute immer recht hoch trägt beim Suchen konnte ich seinen Aufenthaltsort wenigstens noch ein bisschen erkennen :-) Er suchte sich schön durch die Senke und fand schließlich Dummy Nummer eins, welches er mir dann auch direkt brachte. Da er das erste weit an der linken Grenze des Suchgebiets fand, schickte ich ihn das zweite Mal in den rechten Bereich des Suchengebietes. Beau hatte sich gemerkt, dass er das erste Dummy in dem hohen Bewuchs gefunden hatte und so rannte er beim zweiten Mal schicken nicht mehr hinten heraus, sondern fing direkt wieder mit suchen im hohen Gras an, als ich ihm den Suchenpfiff gab. Das zweite Dummy fand er dann sehr schnell und kam zurück. Ergebnis – 20 Punkte

 

Somit hatten wir alle Aufgaben erfüllt und wussten bereits, dass wir den WT bestanden haben. Mit welchem Ergebnis war allerdings noch nicht klar. Durch die wunderbare Organisation konnten wir alle sechs Aufgaben innerhalb von 5 Stunden erledigen. Nach uns starteten die Teilnehmer in der F-Klasse und somit hieß es für uns erst einmal warten bis zur Ergebnis Verkündung. Beau und ich fuhren zurück in unsere Schlafstätte wo Beau sich erst einmal ein Erholungsschläfchen genehmigte und ich eine heiße Dusche. Gegen 17:30 Uhr fuhren wir zurück auf den Walzenhof, wo gegen 18:30 Uhr dann die Ergebnis Verkündung stattfand. Es wurden die Platzierungen von hinten her vorgelesen. Als Beau und ich bei Platz 10 immer noch nicht aufgerufen worden waren, freute ich mich schon sehr, da ich eine Top Ten Platzierung nicht direkt erwartet hatte.

 

Letzten Endes fiel erst bei Platz 3 unser Namen und Beau und ich konnten somit mit 113/120 Punkten und dem Prädikat „Vorzüglich“ unseren ersten WT Pokal und ein Kaninchenfell Dummy, neben einer Urkunde in Empfang nehmen. Also damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet, freute mich aber wahnsinnig! :disco:

 

Was für ein toller Start in unser aktives WT Leben!

 

Beau’s Schwester „Bella Donna vom Litzelsee“ nahm mit ihrer Besitzerin Iris Mattes ebenfalls an der Baden Trophy teil und konnte mit hervorragenden 101/120 Punkten und dem Prädikat „sehr gut“ den 12. Platz erreichen. Somit konnten beide „vom Litzelsee“ erfolgreich bestehen und die Familienehre würdig aufrecht erhalten ;-)

 

 

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bei den Richtern und den Organisatoren bedanken. Es war ein wirklich wunderbarer Tag, der in allen Belangen toll organisiert und durchdacht war. Die Verpflegung war toll, ebenso der reibungslose Ablauf (vom Einweisen beim Parken, über das Abgeben der Dokumente, bis hin zum flüssigen und zeitlich gut getimten Durchführen der einzelnen Aufgaben), bis hin zum tollen Gelände und den vielen kleinen liebevollen Details drum herum (bspw. die tollen selbstgebastelten Startnummern). Beau und ich hätten uns den Einstig in die WT Welt nicht besser vorstellen und/oder wünschen können und werden gerne nächstes Jahr wieder kommen, wenn es sich für uns irgendwie zeitlich einrichten lässt. :friends3:

 

Liebe Grüße

– Michaela Bergmann

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